Titelbild zum News-Artikel LIV DDH Sachsen - Innovativer Holzbau wird neues Eingangstor der LAGA 2027

LIV DDH Sachsen - Innovativer Holzbau wird neues Eingangstor der LAGA 2027

05.03.2026
Thomas Münch

Aue-Bad Schlema, 13.02.2026 – Für die Landesgartenschau 2027 in Aue-Bad Schlema entsteht ein innovativer Holzbau, der als neues Eingangstor und architektonisches Aushängeschild der Gartenbauausstellung dienen wird. Aktuell befindet sich das Projekt im Bauantragsverfahren. Die Errichtung selbst ist für den Herbst geplant. 

Damit bietet die Landesgartenschau im nächsten Jahr neben den vielen botanischen Highlights auch einen Magneten für überregionales Fachpublikum und Interessierte zum Thema des nachhaltigen Holzbaus. Die geplante Dachkonstruktion basiert auf dem Prinzip der weiterentwickelten, Ressourcen sparenden Zollinger-Bauweise. Das gekrümmte, freitragende Dach wird dabei aus speziell zugeschnittenen sogenannten „Lamellen“ konstruiert. Diese bilden eine rautenförmige Gewölbestruktur und ermöglichen so – dem Bauprinzip der Natur folgend – große Spannweiten bei geringem Materialeinsatz. Der Innovationspartner im Projekt ist das Holzbau-Forschungsteam FLEX rund um Prof. Alexander Stahr an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. Es gehört zu den führenden Institutionen der anwendungsbezogenen Holzbau-Forschung in Deutschland. Kerninhalt der Forschung sind dabei Strategien für den innovativen Transfer von Planungsdaten in computergesteuerte Fertigungsanlagen – mit dem Ziel geometrisch individuelle Konstruktionen mittels automatisierter Vorfertigung wirtschaftlich herstellbar zu machen. Das Innovationsprojekt soll von regionalen Unternehmen unter Werkstattbedingungen vorgefertigt und in sehr kurzer Bauzeit errichtet werden.

Auch die Eindeckung des gekrümmten Daches bedarf besonderer Kompetenzen. Durch die geschwungene Form entstehen besondere Anforderungen, denen sich das Landesbildungszentrum des sächsischen Dachdeckerhandwerks gemeinsam mit dem Landesinnungsverband und Partnern aus der Industrie annimmt. Passend zur Landesgartenschau ist eine ökologisch wertvolle Dachbegrünung vorgesehen.

Möglich gemacht hat das Projekt der im Kurort ansässige Verein zur Wiedereröffnung und Entwicklung Kur- und Heilbad Schlema e.V. Begeistert von der Idee, hat sich der Vorstand kurzerhand für die Umsetzung entschieden, verschiedene Sponsoren für die erforderlichen Eigenmittel gewinnen können und den entsprechenden Fördermittelantrag eingereicht. 

Die Projektkosten werden zum größten Teil aus dem LEADER-Programm der Europäischen Union und des Freistaates Sachsen finanziert. In der aktuell laufenden Förderperiode der LEADER-Region Westerzgebirge liegt einer der Schwerpunkte auf der Stärkung regionaler Wertschöpfung aus der heimischen Ressource Holz. 

Das Architektur- und Ingenieurbüro ardoris verantwortet die Überwachung der Umsetzung und Gesamtkoordination des Bauvorhabens. Mit seiner regionalen Expertise im modernen Holzbau trägt der Projektpartner entscheidend zur effizienten Umsetzung des Projekts und zur Stärkung regionaler Wertschöpfung bei.

Für das Erzgebirge kann der moderne Holzbau eine wesentliche Säule für die langfristige Beschäftigung und Lebensgrundlage der Menschen vor Ort bilden. Inmitten der aufgeforsteten ehemaligen Haldenflächen Bad Schlemas setzt das Projekt ein beispielgebendes Zeichen für eine optimistische Zukunft, in der moderne Holzbauweisen, verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung und regionale Wertschöpfung Hand in Hand gehen. 

Pressekontakt:
Jens Müller Baubürgermeister Aue-Bad Schlema
(+49) 03771 281 103
buergermeister@aue.de, www.aue-badschlema.de